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Ich habe gelesen, dass der Siedekolben beim Betrieb weder leer noch voll sein darf, sonst entsteht kein Siphoneffekt – stimmt das? Bitte, ein Experte soll sprechen – es gibt eine große Belohnung.
Reboiler werden in Saugreboiler und Kesselreboiler unterteilt. Ein Kesselreboiler entspricht im Grunde einer Treibstoffplatte. Saugreboiler hingegen arbeiten durch den Dichteunterschied – sie zirkulieren automatisch. Der von Ihnen erwähnte Saugreboiler kann nicht voll sein; gemeint ist wohl der Außenbehälter. Normalerweise wird der Flüssigkeitsstand im Außenbehälter jedoch nicht kontrolliert. Wenn es im Inneren des Behälters keine Wärmequelle gibt, ist der Außenbehälter sicherlich mit Flüssigkeit gefüllt. Wenn es eine Wärmequelle gibt und die Temperatur die Verdampfungstemperatur der Flüssigkeit erreicht, sammelt sich die Gasphase an der Oberseite des Außenbehälters und gelangt über die Rückleitungen der Gasphase wieder in den Turm. Dadurch wird der Raum im Reboiler wieder mit Gas gefüllt. (Die Erwärmung ist ein kontinuierlicher Prozess.) Die Dichte der Gasphase ist geringer als die der Flüssigkeit. Dadurch entsteht ein Dichteunterschied zwischen oben und unten im Außenbehälter. Das Gas steigt ständig nach oben, während die Flüssigkeit ständig nachgefüllt wird – so entsteht eine Zirkulation.
Der Flüssigkeitsspiegel im Kolben darf weder zu niedrig noch zu hoch sein. Wenn der Flüssigkeitsspiegel zu hoch ist, kann dies dazu führen, dass der Rückflusskanal verstopft wird. Dadurch wird die Wirkung des thermischen Siphon-Effekts beeinträchtigt, was wiederum die Wärmeübertragung im Verdampfer beeinträchtigt. Wenn der Flüssigkeitsstand im Kolonnenboden zu niedrig ist, kann dies dazu führen, dass die Flüssigkeit sowie der verflüssigte Gas im Reboiler verdampfen. Wenn diese Substanzen verdampft sind, gelangt wieder verflüssigtes Gas in den Reboiler – dort verdampft es sofort wieder stark. Dadurch wird die gesamte Funktionsweise der Kolonne gestört.