Vorschriften für das Spülen des Kessels: I. Vorbereitungen vor dem Spülen: 1. Die für das Spülen des Kessels notwendigen Systeme (z. B. Entleerungssysteme, Entwässerungssysteme, Probenentnahmesysteme sowie Systeme zur Zugabe von Chemikalien) sind bereits installiert und wurden überprüft – sie funktionieren einwandfrei. 2. Die für das Heizen des Ofens notwendigen thermischen und elektrischen Messgeräte sowie die Steuerungseinrichtungen für die Fernbedienung sind bereits installiert und kalibriert. 3. Die Kohletransport- und Asbeseitigungssysteme erfüllen die Anforderungen. 4. Die Ausrüstung für die vorübergehende Zugabe von Chemikalien sowie für das Entnehmen von Proben ist bereits installiert und kann jederzeit in Betrieb genommen werden. 5. Es sind ausreichende Mengen an Chemikalien für das Kochen des Ofens vorhanden, und ihre Reinheit wird durch Analytentests überprüft. 6. Alle Geräte, die zum Hinzufügen von Chemikalien während des Kochvorgangs benötigt werden, befinden sich bereits an der vorgesehenen Stelle. Alle anderen notwendigen Materialien sind ebenfalls vorhanden. 7. Nachdem das Ofenrohren trockengelegt wurde, kann mit dem Erhitzen des Ofens begonnen werden, und anschließend kann mit dem Trocknen der Ofenwände weitergemacht werden. II. Hinweise für das Personal, das während des Kochvorgangs die Chemikalien zubereitet: 1. Das Zertrümmern, Transportieren sowie die Zubereitung der Lösungen sowie das Hinzufügen der Chemikalien in den Ofen müssen unter der Anleitung eines qualifizierten Personals durchgeführt werden. 2. Die Personen, die die Medikamente zubereiten, müssen über Gummikleidung oder -Schürzen, Gummihandschuhe, Gummisandalen, Schutzbrillen sowie Masken verfügen. 3. Die Zerstörung von Kalilauge muss an einem speziell dafür vorgesehenen Ort erfolgen. Dabei muss man sich seitlich drehen, um eine Verbrennung der Haut zu vermeiden. 4. Beim Hinzufügen der Chemikalien muss der Druck im Dampfkessel auf Null sinken oder der minimale Wasserspiegel aufrechterhalten werden. Drei, Prozedur zum Kochen des Kessels: Für Bereiche wie den Dampfkessel, die wassergekühlten Wände sowie den Schornsteinreiniger wird gemäß den geltenden Vorschriften in drei Phasen mit Chemikalien gekocht. Der genaue Ablauf ist wie folgt: 1. Erste Phase – Hinzufügen der Chemikalien und Kochen des Kessels (mit vorübergehendem Behälter für die Chemikalien sowie Pumpe zur Dosierung). 1) Menge der Chemikalien: 100 kg Natriumhydroxid (NaOH) von 100%iger Reinheit werden zu einer Lösung mit einer Konzentration von 20% verarbeitet. 2) Kochung des Kessels: Das Feuer wird entzündet, der Druck auf 0,3–0,4 MPa erhöht. Anschließend erfolgt eine alkalische Behandlung über 12 Stunden. Gleichzeitig werden die Schrauben sowie die Abdeckungen der Handbedienungselemente festgezogen. Nach 12 Stunden wird unter dem Druck von 0,3–0,4 MPa Wasser abgelassen – vor dem Ablassen muss das Wasserniveau wieder auf den maximalen Wert erhöht werden. Dabei sollten alle Ablassventile geöffnet werden, damit das Wasser gleichmäßig abfließen kann. Die Menge des abgelassenen Wassers sollte 10% der Gesamtmenge des Wassers im Kessel betragen. 2. Zweitphase: Zusatz von Chemikalien und Erhitzung des Ofens: 1) Menge der zuzugefügten Chemikalien: 80 kg NaOH mit einer Reinheit von 100% werden zu einer Lösung mit 20%iger Alkalität verarbeitet. Zusätzlich werden 100 kg Natriumtriphosphat (Na3PO4·12H2O) verwendet, um eine Mischlösung herzustellen. 2) Erhitzung des Kessels: Der Druck wird auf 1,0–1,5 MPa erhöht. Nach 8 Stunden Erhitzung wird der Druck auf 0,3–0,4 MPa gesenkt, damit Wasser abgelassen werden kann. Die Menge des abgelassenen Wassers beträgt weiterhin 10% der Gesamtmenge des Wassers im Kessel. Vor dem Ablassen des Wassers muss die Wassermenge wieder auf den höchsten Stand gebracht werden. 3. Dritte Phase: Zusatz von Chemikalien und Erhitzung des Ofens: 1) Menge der zuzugebenden Chemikalien: 150 kg Natriumtriphosphat (Na3PO4·12H2O) werden zu einer Lösung mit einer Konzentration von 10 % verarbeitet. 2) Erhitzung im Ofen: Der Druck wird auf 2,5 MPa erhöht, anschließend wird der Ofen 8 Stunden lang beheizt. Nach Abschluss des Drei-Phasen-Kochvorgangs wird das Wasser ausgetauscht. Der Austausch des Wassers erfolgt über den Unterteil des Kessels sowie durch kontinuierliches Entfernen von Schmutzstoffen, bis die Qualität des Kesselwassers den Anforderungen für den Probelauf entspricht. IV. Hinweise zum Erhitzen des Ofens: 1. Während des Erhitzungsprozesses sollte als Nachfüllwasser entsalztes Wasser verwendet werden. 2. Die Geschwindigkeit der Druckerhöhung im Kessel ist wie folgt:
Druckbereich | Geschwindigkeit der Druckerhöhung | Gesamtzeit
0–0,4 MPa | 0,1 MPa/30 Minuten | 120 Minuten
0,4–1,5 MPa | 0,1 MPa/14 Minuten | 160 Minuten
1,5–2,5 MPa | 0,1 MPa/4 Minuten | 40 Minuten
3. Wenn der Dampfdruck auf 0,05–0,1 MPa ansteigt, müssen alle Lüftungsventile geschlossen werden. 4. Während des Kochvorgangs müssen die Dehnungsindikatoren der einzelnen Komponenten bei den Arbeitsdrücken von 0,5, 1,0, 1,5, 2,0 und 2,5 Mpa aufgezeichnet werden, sowie ob diese Werte den Vorschriften entsprechen. 5. Während des Kochvorgangs sollten Proben aus dem Dampfkessel sowie aus den unteren Verbindungsboxen der wassergekühlten Wände entnommen werden, um Veränderungen in der Alkalität sowie im Phosphatgehalt des Kesselwassers zu überwachen und zu analysieren. In der Regel erfolgen die Probenentnahmen: 1) Eine Stunde nach dem Ende der ersten Kochphase, anschließend alle 2 Stunden nach dem Anheben des Drucks. 2) Einmal vor und einmal nach der Abwasserentleerung. 3) Nach dem Wasseraustausch alle Stunde einmal. 6. Die Alkalität des Kesselwassers in allen Bereichen des Kessels muss gleichmäßig sein. Während des Kesselaufheizvorgangs darf die Alkalität des Kesselwassers nicht unter 50 mmol/L liegen; andernfalls muss Zusatzmittel hinzugefügt werden. 7. Während des Kochvorgangs darf die Zeit, in der an den verschiedenen Stellen Abwasser abgeleitet wird, 30 Sekunden nicht überschreiten, um eine Störung der Wasserkreislage zu vermeiden. 8. Beim Kochen des Ofens wird in der Regel nur ein Wasserstandsmesser für den Dampfkessel verwendet; die übrigen dienen als Ersatz. Der Wasserstand im Dampfkessel wird auf einem hohen Niveau gehalten. 9. Während des Kochvorgangs darf die Medizinlösung nicht in den Überhitzer gelangen. 10. Nach Beendigung des Kochvorgangs wird das Wasser ausgetauscht, und die hydrophoben Türen sowie die Entlüftungstüren, mit denen die Chemikalien in Berührung kommen, werden gereinigt. 11. Während des Kochvorgangs muss die Entlüftungsventil am Auslass des Überhitzers geöffnet werden, um den Überhitzer abzukühlen. 12. Nachdem das Kochen des Kessels abgeschlossen ist, müssen alle Öffnungen und Handgriffe im Dampfkessel, in den Wassertemperierrohren sowie im Economizer geöffnet werden. Dadurch kann der Innenraum des Kessels gereinigt werden. Zudem sollte überprüft werden, ob die Entlastungsventile verstopft oder beschädigt sind. 13. Nach dem Kochen sollte man überprüfen, inwieweit die Innenwände des Dampfkessels sowie der Verbindungsbehälter sauber sind. 1) Die Innenfläche weist weder Fettverschmutzungen noch Rostspuren auf, sowie keine verbleibenden Späne von Eisenoxid oder Schweißreste. 2) Die Innenfläche weist keine sekundären Rostschichten auf und bildet eine Schutzschicht. 3) Während des Kochvorgangs sollte ein temporärer Signal für die Wasserspiegelspitze hinzugefügt werden.