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Notfallpläne für das Steuerungssystem: Während des Produktionsprozesses können bei den Systemen DCS, SIS und PLC Probleme mit den Kommunikationskabeln, den Controllern oder den I/O-Karten auftreten. Ebenso können Fehler an den PC-Steuerstationen oder am Systemstromversorgungssystem auftreten. Dadurch kann die Anlage teilweise oder vollständig stillstehen. Um die Verluste auf ein Minimum zu beschränken, sollten die Fachleute für Messtechnik entsprechende Notfallmaßnahmen ergreifen. Im Folgenden wird das DCS-Steuersystem als Beispiel herangezogen. Ursachen für Störungen: Die Hauptursachen für Störungen im DCS-Steuerungssystem sind folgende: Unterbrechung in der Kommunikation über die Kommunikationskabel, Defekte am Controller oder an den I/O-Karten sowie Probleme mit der Stromversorgung des Steuerungssystems. 2. Fehlererscheinungen: Nach einem Defekt im DCS-System erscheint auf dem Überwachungsbildschirm des DCS ein roter Alarm. Auf dem Statusbildschirm wird angezeigt, an welcher Stelle der Fehler auftritt. In schweren Fällen kann dies zu einem Verlust der Kontrolle führen, wodurch die Anlage teilweise oder vollständig stillgelegt werden muss. 3. Personale Verantwortung während des Unfalls: Leiter der Messtechnik: Er ist dafür verantwortlich, die Mitarbeiter für die Wartung der Messgeräte zum Unfallort zu schicken, die Arbeit zu koordinieren sowie die Ursachen des Unfalls von Seiten seines Fachbereichs zu analysieren und die Ergebnisse den zuständigen Vorgesetzten mitzuteilen. Leiter der Messgeräteabteilung: Er eilt umgehend zum Unfallort, prüft die Ursachen für Störungen im DCS-System, bereitet alle notwendigen technischen Unterlagen sowie Ersatzteile für das DCS vor und nimmt an der Analyse der Unfallursachen teil. Instrumentenwartungspersonal: Unterstützt die Prozesstechniker bei Anpassungen vor Ort sowie bei der Wiederherstellung des normalen Funktionszustands der Steuerungsanlagen. Zudem unterstützt es die Techniker bei der Wartung des DCS-Systems. 4. Konkrete Arbeitsschritte: 4.1 Sobald ein Fehler im DCS-Steuerungssystem auftritt oder gemeldet wird, muss die betroffene Person umgehend den diensthabenden Vorgesetzten oder den Abteilungsleiter informieren. 4.2 Personal zur Reaktion auf Störungen im Steuerungssystem: Es gibt zwei Gruppen – das Notfallteam im Kontrollraum und das Notfallteam vor Ort. Die Teammitglieder müssen klar verstehen, dass die Einsatzgruppe vor Ort vom Leiter der Messgeräte betreut wird. Er unterstützt die Techniker dabei, die Anlagen vor Ort anzupassen und Störungen an den Messgeräten zu beheben ; Das Notfallteam im Kontrollraum wird vom Leiter der Messsysteme geleitet und ist hauptsächlich für die Diagnose von Störungen im DCS-Steuerungssystem sowie für die Behebung dieser Störungen zuständig. 4.3 Die Messgerätefachleute müssen den Personen, die an der Wartung des Steuerungssystems beteiligt sind, die wichtigsten Aspekte sowie schwierige Punkte bei der Wartung erläutern, damit jeder Bescheid weiß. 4.4 Benachrichtigen Sie die Produktionsstätte, damit sie sich auf Anpassungen in der Produktion sowie auf eine Stilllegung vorbereiten kann. 4.5 Ermittlung der Ursache des Fehlers: Da DCS-Systeme über eine Redundanzfunktion verfügen, sind sowohl die Stromversorgung als auch die Controller sowie die I/O-Karten redundant ausgelegt. Nachdem die Ursache und der Ort des Fehlers ermittelt wurden, werden die betroffenen Komponenten unter Strom ausgetauscht. Dabei muss unbedingt ein Antistatikarmband getragen werden. Es ist wichtig, vorsichtig vorzugehen, um den Fehler nicht zu verschlimmern und größere Schäden zu vermeiden. 4.6 Wenn ein Defekt dazu führt, dass die Anlage stillgelegt werden muss, sollte man zusammen mit den Prozessingenieuren die Produktion auf die lokale Steuerung umstellen und die Regelventile auf die Umleitungssteuerung schalten. Erst nach Behebung des Defekts kann man wieder zusammen mit den Prozessingenieuren auf die DCS-Steuerung wechseln. 4.7 Nach Behebung der Störungen im Steuerungssystem sollte überprüft werden, ob das DCS-Steuersystem wieder vollständig funktionsfähig ist. Zudem sollten Fehler an den Messgeräten umgehend behoben werden. 5.Fehler im DCS-System und Wiederherstellung 5.1 Fehler im Kommunikationsnetzwerk: Fehler im Ethernet-Netzwerk lösen Alarme aus; der Fehler beeinträchtigt die Kommunikation innerhalb des Systemnetzwerks jedoch nicht. Die DCS-Wartungspersonal muss Netzwerkstörungen überprüfen und diese umgehend beheben. Sollte es zu einer Netzwerkunterbrechung im Steuerungsnetz kommen: 5.1.1 Informieren Sie umgehend den Leiter der Produktions- und Technikabteilung. 5.1.2 Über die direkte Bedienstation wird überprüft, wie die wichtigen Prozesskontrollwerte funktionieren, sowie der Betriebszustand der einzelnen Ventile. 5.1.3 Die Messgerätefachleute müssen umgehend mit den Betriebsmitarbeitern zusammenarbeiten, um geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und eine weitere Ausweitung des Unfalls zu verhindern. 5.1.4 Die Techniker für Messgeräte überprüfen zunächst, ob die redundanten Steuergeräte ordnungsgemäß funktionieren. Falls das Hauptsteuergerät ausfällt und das Ersatzsteuergerät nicht richtig umschaltet, muss dies umgehend dem zuständigen Vorgesetzten gemeldet werden. Es sollte außerdem um Erlaubnis zur manuellen Umstellung des Steuergeräts gebeten werden. Sollte die Umstellung fehlschlagen, muss der Leiter der Werkstatt darüber informiert werden, damit er sich auf einen Notstopp vorbereiten kann. 5.1.5 Stellen Sie sicher, dass der Controller ordnungsgemäß funktioniert. Überprüfen Sie anschließend schnell den Zustand des Switches sowie ob die Stromversorgung in Ordnung ist. Prüfen Sie außerdem die Netzwerkverbindungen zwischen den redundanten Controllern und dem Switch sowie zwischen den Engineer-Stationen und Operator-Stationen und dem Switch. Achten Sie darauf, ob es beschädigte, lose oder nicht richtig eingesteckte RJ45-Anschlüsse gibt. Sollten die Anschlüsse beschädigt sein, ersetzen Sie sie umgehend durch Ersatzteile oder erstellen Sie neue Anschlüsse vor Ort. Sind die Anschlüsse locker, dann stecken Sie sie sofort fester. Danach prüfen Sie über die Engineer-Station das Netzwerk, um sicherzustellen, dass es wieder normal funktioniert. 5.2 Fehler am Controller oder an den I/O-Karten 5.2.1 Fehler am redundanten Systemcontroller 5.2.1.1 Notfallmaßnahmen bei Asynchronität des Controllers: Der Ersatzcontroller wird manuell heruntergefahren und neu gestartet, um die Synchronisierung wiederherzustellen ; 5.2.1.2 Notfallmaßnahme bei gleichzeitigem Ausfall von zwei redundanten Steuerungen: Zunächst wird überprüft, welche Steuerung zum Zeitpunkt des Ausfalls die Hauptsteuerung ist. Anschließend erfolgt sofort ein manueller Wechsel zwischen der Haupt- und der Nebensteuerung. Sollte dieser Wechsel nicht erfolgreich sein, muss umgehend der Werkleiter informiert werden, und es muss auf den Stoppbefehl gewartet werden. 5.2.2 Notfallmaßnahmen bei Beschädigung der I/O-Karten: 5.2.2.1 Bei Beschädigung von nicht redundanten AI/DI/DO-Karten kann eine Ersatzkarte an die Stelle der beschädigten Karte eingesetzt werden. In enger Abstimmung mit dem Produktionsprozess sollten umgehend die notwendigen Wartungsanträge gestellt werden, damit die Karte ausgetauscht und neu konfiguriert werden kann. 5.2.2.2 Wenn eine redundante AO-Karte beschädigt wird, müssen umgehend die entsprechenden Wartungsanträge gestellt werden, um Ersatzteile zu beschaffen. Sollte dies nicht gelingen, muss man umgehend die zuständigen Vorgesetzten informieren und Maßnahmen ergreifen, um einen Ersatz zu finden. Dabei ist es notwendig, auf Anweisungen des Leiters der Produktionshalle zu warten. 5.3 Fehler am Bediungsstand (HIS): 5.3.1 Benachrichtigen Sie die zuständigen Messtechniker, um eine Überprüfung und Reparatur durchzuführen. 5.3.2 Prüfen, ob der Neustart der Bediungsstation ordnungsgemäß funktioniert. 5.3.3 Die Bedienstation lässt sich starten, die Bedieneroberfläche jedoch nicht – überprüfen Sie, ob eine Karte defekt ist. 5.3.4 Überprüfen Sie, ob es Netzwerkprobleme gibt. 5.4 Störung des DCS-Systems 5.4.1 Sofortige Benachrichtigung der Werkstatt und der Abteilung für Produktionstechnik. 5.4.2 Überprüfung des Betriebszustands der wichtigsten Überwachungskennzahlen der Anlage. 5.4.3 Die Messtechniker müssen umgehend mit den Prozessen in der Werkstatt zusammenarbeiten, um geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und eine weitere Ausweitung des Unfalls zu verhindern. 5.4.4 Überprüfen Sie, ob die Stromversorgung für das DCS-System den Anforderungen entspricht (220 V AC). Bei Störungen in der Stromversorgung durch den UPS: 5.4.4.1 Wenn es zu einem Fehler im Hauptkreis des UPS kommt und dieser nicht automatisch in den Notbetrieb umgeschaltet wird, sollte umgehend der Elektrofachmann kontaktiert werden. Zudem sollten die zuständigen Vorgesetzten um Anweisungen gebeten werden, damit der UPS in den „manuellen Notbetrieb“ umgeschaltet werden kann. 5.4.4.2 Wenn sowohl der Hauptkreis des UPS als auch der automatische sowie der manuelle Umleitungsmechanismus ausfallen oder es zu einem Fehler in der elektrischen Versorgung kommt, sollte automatisch auf die Stromversorgung durch die Gleichstrombatterien umgeschaltet werden. Während dieser Zeit müssen unverzüglich Backups der DCS-Konfiguration sowie der Systeme der einzelnen Steuergeräte erstellt werden. Es ist außerdem notwendig, auf den Befehl zum Anhalten des Prozesses zu warten. 5.4.4.3 Falls sowohl der Hauptkreis des UPS als auch die automatische und manuelle Umleitungsanlage sowie die Batterien ausfallen, muss umgehend der Werkleiter sowie die zuständigen Führungskräfte informiert werden, damit sie sich auf einen Notstopp vorbereiten können. 5.4.4.4 Falls externe Störungen die Stromversorgung des DCS-Systems beeinträchtigen und dadurch das System nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren kann, sollte zunächst überprüft werden, ob die Erdung in Ordnung ist. Falls die Erdung in Ordnung ist und die Störung dennoch nicht beseitigt werden kann, muss umgehend der zuständige Vorgesetzte informiert werden. Gleichzeitig soll der Leiter der Werkstatt darüber benachrichtigt werden, damit Maßnahmen zur Stilllegung des Systems ergriffen werden können. 5.5 Nachdem die Stromversorgung des DCS-Systems wieder funktioniert, wird zunächst die Steuerstation gestartet. 5.6 Nach dem Start der Steuerungsstation sollte zunächst eine Bedienerstation in der Gruppe der Bedienerstationen gestartet werden. Andere Bedienstationen sollten vorerst nicht gestartet werden, damit die Startgeschwindigkeit des gesamten DCS-Systems erhöht wird. 5.7 Überprüfung des Zustands des DCS-Systems 5.8 Aktivierung weiterer DCS-Steuerstationen 6 Zusammenfassung der Notfallpläne für das Steuerungssystem Durch die Durchführung von Notfallübungen werden Probleme und Mängel festgestellt, um die Notfallpläne so weit wie möglich zu verbessern. Es ist notwendig, alle Aspekte gründlich zu berücksichtigen, damit im Falle eines echten Notfalls umfassend reagiert und Probleme schnell gelöst werden können. Die an den Übungen teilnehmenden Personen sollen ihre Eindrücke aus den Übungen schreiben.