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Sehr geehrte Kollegen, es gibt eine Frage, die mich schon länger beschäftigt – ich hoffe, Sie können mir dabei helfen. Bei den Reboilern, die in der Chemieindustrie verwendet werden, wurde bisher Dampf aus den Turbinen zur Lufttrennung genutzt – es handelte sich dabei um Überhitztdampf mit einem Druck von 1,0 MPa und einer Temperatur von 240 °C. Dieser Dampf wurde durch einen Druckreduzierer auf 0,3 MPa und 230 °C herabgesetzt, um zur Erwärmung verwendet zu werden. Für diese Zwecke waren 15 Tonnen Dampf erforderlich; dieser Dampf wurde anschließend in Flüssigkeit umgewandelt und mit Pumpen abtransportiert. Jetzt möchte ich hinter der Turbine zur Lufttrennung eine kleinere Turbine einbauen, die einen Elektromotor antreibt, um Strom zu erzeugen. Der Dampf, der aus dieser Turbine austritt, soll trocken-sättigter Dampf sein – mit einem Druck von 0,3 MPa und einer Temperatur von 140 °C – und ebenfalls zur Erwärmung verwendet werden. Ich frage mich, ob dadurch die Menge an Dampf, die zur Erwärmung benötigt wird, zunehmen wird. Ich denke, dass zwar der Heizeffekt von trocken-sättigtem Dampf höher ist als der von Überhitztdampf, aber der Überhitztdampf wird schließlich vollständig in Wasser umgewandelt – dadurch kann auch die spezifische Wärme des Dampfs genutzt werden. Trocken-sättigter Dampf ist zwar leichter zu verwenden, doch die von ihm freigesetzte Wärme ist sicherlich geringer als die Summe aus spezifischer und latenter Wärme des Überhitztdampfs. Wenn also weiterhin die gleichen Prozessbedingungen erreicht werden sollen, muss die Menge an Dampf erhöht werden. Stimmt das?
Ja, allerdings macht die spezifische Wärme nur einen geringen Anteil aus: 0,3 MPa, 230 Grad, Enthalpie: 2927,19 kJ/kg; 0,3 MPa, 140 Grad, Enthalpie: 2739,36 kJ/kg ; (2927,19–2739,36)/2927,19*100 = 6,42%