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An der Universität scheint das Bewusstsein für die Jahreszeiten im Allgemeinen abzunehmen – vermutlich, weil man sich so sehr am Vergnügen beteiligt, dass man Wind und Wetter völlig ignoriert. Das ist allerdings etwas übertrieben. Doch dieses flüchtige Gelb lässt sich beim Anblick nicht behalten. Vor ein paar Tagen hatte man noch das Gefühl, dass der Herbst nahte – doch schon im Handumdrehen wurden in der ganzen Schule die kurzärmeligen Hemden und Hosen durch Mäntel und lange Kleidungsstücke ersetzt. Es schien immer noch nicht kalt genug zu sein – deshalb fielen noch ein paar leichte Regenschauer. Der Herbstwind brachte die Kälte mit sich und drang in den Boden sowie in die Blätter ein. Erst als man die Kälte bis in die Knochen spüren konnte, wurde fröhlich das Kommen des Herbstes verkündet. Der Herbst ist die Zeit des Verwelkens nach der Reife – er hat eine besondere, traurige Schönheit. Sie kann nicht mit der Lebenskraft des Frühlings verglichen werden, noch ersetzt sie die prächtigen Blüten des Sommers. Dennoch ist ihre Schönheit unvergleichlich. Wie eine symphonische Melodie aller Dinge: Zuerst erwachen die roten Blätter auf den Bergen zum Leben. Wie ein letztes Leuchten kündigen sie in stolzer Haltung ihren Abschied von dieser Welt an. Auch die Ginkgobäume wollen nicht in den Hintergrund treten – sie möchten die ganze Straße in einen „goldenen Weg“ verwandeln und so ihren Glanz zur Schau stellen, auf dem Weg zum Ende der Welt. Das Ende ist nicht wichtig – es zählt vielmehr, dass jeder mit aller Kraft versucht, diese Saison zu einem wunderschönen Ölgemälde zu machen. Es soll ein Gemälde sein, das sowohl ruhig als auch prächtig ist. Es ist eine Jahreszeit des Endes aller Dinge – sie scheint traurig zu sein, doch zugleich auch leidenschaftlich. Die letzten Aufführungen sind wie ein Abschluss des Lebens; es handelt sich dabei um den letzten Ausbruch des Lebens, der eine sanfte Spur hinterlässt – als Zeichen für das eigene Dasein. Am liebsten mag ich die Atmosphäre des Herbstes – sie ist großzügig, ohne prunkvoll zu sein; leidenschaftlich, ohne hektisch zu wirken. Jede Pflanze und jedes Blatt ist wunderschön gestaltet. In der kühlen Luft liegt eine sanfte Ruhe, die die Stimmung des Menschen positiv beeinflusst – man wird reifer und gelassener.
Der Herbst ist da, es ist Zeit, die Kleidung zu wechseln
Vor dem Frühling regnet es – die Blumen blühen früh. Nach dem Herbst gibt es keinen Frost – die Blätter fallen spät!