Thread Content
Diesen Beitrag hat zuletzt ljtjbx am 08.11.2015 um 08:06 bearbeitet. Im Alltag verwenden wir oft Kunststoffseile, um Dinge zusammenzubinden. Doch man stellt fest: Je fester man die Dinge mit dem Kunststoffseil binden will, desto schneller wird das Seil wieder locker – nach einer Weile ist es wieder so locker wie zuvor. Warum ist das so? Hier muss ein grundlegendes Konzept erwähnt werden – die mechanische Entspannung. Was bedeutet nun mechanische Entspannung? Stressrelaxation bezeichnet das Phänomen, bei dem bei konstantem Gesamtdehnungsgrad in polymeren Materialien die viskose Dehnung im Inneren des Probenkörpers im Laufe der Zeit zunimmt. Dadurch nimmt der Anteil der Rückstelldehnung mit der Zeit ab, was wiederum dazu führt, dass der Rückstellstress im Laufe der Zeit abnimmt. Die Kunststoffseile, die in unserem Alltag verwendet werden (in einigen Regionen auch als Chemikalienseile bezeichnet), bestehen aus linearem Polyethylen oder Polypropylen. Es handelt sich dabei um typische, nicht vernetzte lineare Polymermaterialien. Beim Zuziehen der Seile werden die linearen Polymerketten gestreckt – dadurch erscheint die Oberfläche des Seils straff. Mit der Zeit jedoch bewegen sich die linearen Polymerketten gegeneinander. Dieser Verschiebungsprozess ist nicht rückgängig machbar. Nachdem die Ketten verschoben sind, wird das Kunststoffseil länger und kann nicht mehr richtig zugezogen werden. Wenn man versucht, es trotzdem festzuziehen, bewegen sich die linearen Ketten weiterhin gegeneinander. Deshalb wird bei der Befestigung mit Kunststoffseilen je fester man sie bindet, desto lockerer werden sie letztendlich – die Lockerung tritt stark auf. Deshalb sollten erfahrene Personen beim Binden mit Kunststoffseilen die Bänder nicht zu fest ziehen, um eine starke Stressentlastung der linearen Polymerketten zu vermeiden. Wie kann man diesem Phänomen also entgegenwirken? Es müssen vernetzte Polymermaterialien verwendet werden. Durch Vernetzungsmittel werden die linearen Polymerketten in eine netzartige Struktur umgewandelt. Selbst nach Dehnung können die Ketten des Polymernetzes wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehren. Wenn man es mit Gummibändern bindet, **verbessert sich dieses Phänomen – mit Gummibändern ist es viel besser. Wenn man etwas verwendet, das gut vernetzt ist, wie zum Beispiel das Gummi aus Fahrradreifen, dann tritt kaum eine Lockerung auf; es wird sehr fest gebunden. Probieren Sie es aus, wenn Sie mir nicht glauben!
Meine Wäscheleine ist genauso – außerdem ist sie veraltet und gerissen
Die linearen Polymerketten haben verschoben – das habe ich jetzt gelernt.
Mechanische Entspannung – was bedeutet mechanische Entspannung? Stressrelaxation bezeichnet den Prozess, bei dem bei konstantem Gesamtdehnungsgrad in polymeren Materialien die viskose Dehnung im Inneren des Prüfstücks im Laufe der Zeit zunimmt. Dadurch nimmt der Anteil der Rückstelldehnung mit der Zeit allmählich ab. Gut, jetzt habe ich mehr darüber erfahren – endlich verstehe ich den Grund dafür