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Globales Denken, klare Unterschiede – Die Lehren der drei deutschen Chemiekonzerne für China

2015-11-12View Original

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Synthetische Farbstoffe: Der gemeinsame Ausgangspunkt der „Drei Großen“ Unternehmen. In der Geschichte der Weltchemieindustrie war Deutschland ein Spätkommer. Im Jahr 1862 begannen britische und französische Wissenschaftler die Ära der synthetischen Farbstoffe in der Chemieindustrie. Die Deutschen konnten nur nachahmen und gründeten daraufhin eine Reihe von Unternehmen zur Herstellung synthetischer Farbstoffe. Dazu gehörten die Unternehmen Bayer, BASF und Hoechst, die später zu den „Drei Großen“ der deutschen Chemieindustrie wurden. Im Jahr 1863 wurde das Unternehmen Bayer in Leverkusen in Deutschland gegründet. Es spezialisierte sich auf die Entwicklung und Herstellung von Anilinfarbstoffen und begann gleichzeitig mit der eigenständigen Forschung und Entwicklung. Im Jahr 1869 gelang es den Wissenschaftlern in den Laboren von Bayer, Grebe und Liepmann, den Farbstoff Alizarin herzustellen. Im Jahr 1872 begann das Unternehmen mit der Herstellung von Alizarinfarben und machte daraus sein Flaggschiffprodukt. Dadurch endete die Nachahmung der Herstellungsverfahren für synthetische Farben durch deutsche Unternehmen. Im Jahr 1878 gelang es dem Wissenschaftler und Unternehmer Bayer, auf der Grundlage des Indigofarbstoffs den Indigofarbstoff experimentell herzustellen. Im Jahr 1880 wurde ein Patent für den synthetischen Indigofarbstoff angemeldet. Im Jahr 1883 gelang es Bayer durch Experimente, die atomare Struktur der Indigomoleküle aufzuklären. Im Jahr 1885 entwickelte der Wissenschaftler von Bayer, Dusburg, den Farbstoff Phenolrot und beantragte dessen Patent. Anschließend entwickelte er weitere neue Farbstoffe, die für die industrielle Herstellung geeignet waren. Im Jahr 1865 wurde in der südwestdeutschen Kleinstadt Mannheim die Vorgängerin des Unternehmens BASF gegründet – die Badische Anilin- und Soda-Fabrik. Im Jahr 1869 synthetisierten der Chemiker Carl von Baesel der Firma BASF in Zusammenarbeit mit Grebe und Liepmann von der Firma Bayer den Farbstoff Alizarin – dadurch wurde für BASF der Weg zum Weltmarkt geöffnet. Anschließend entwickelte das Unternehmen BASF weitere neue Farbstoffe wie Eosin, Sophorin und Azofarbstoffe, wodurch es seine Führungsposition in der Farbstoffindustrie festigte. Im Jahr 1876 gelang es deutschen Chemikern dank den Bemühungen der BASF-Gesellschaft, verschiedene Azofarbstoffe zu entwickeln und diese erstmals auf den Markt zu bringen. Im selben Jahr gelang es der Firma BASF, Methylblau herzustellen, und sie beantragte ein Patent dafür. Ab 1880 investierte das Unternehmen BASF enorme Summen in die Forschung und Entwicklung von Indigofarbstoffen. Schließlich gelang es im Jahr 1897, diesen Farbstoff herzustellen – und somit auch seine industrielle Produktion zu ermöglichen. Im Jahr 1901 entwickelte der Chemiker Baun neue Farbstoffe auf Basis von Quinonen. Dadurch entstanden weitere Farbtöne für die vielfältige Welt der Farbstoffe. BASF wurde dadurch zum größten Hersteller von Chemikalien mit Schwerpunkt auf Farbstoffen der Welt. Im Jahr 1863 wurde in der Gemeinde Hirschstett bei Frankfurt die Vorgängergesellschaft von Hirschstetter – die Firma Meister Ruzius – gegründet. Sie stellte hauptsächlich Rotfarben, synthetische Azofarbstoffe her. Nach den 1980er Jahren investierte das Unternehmen Hirschstetter große Summen in die Entwicklung von synthetischen Indigofarbstoffen. Im Jahr 1901 war man erfolgreich – und gemeinsam mit Bayer und BASF begann damit eine neue Ära in der industriellen Herstellung von Indigofarbstoffen. Die „Drei Großen“-Unternehmen, die mit einer Reihe von synthetischen Farbstoffen begannen, schafften es nacheinander, Farbstoffe wie Alizarinfarbstoffe, Azofarbstoffe und Indigofarbstoffe herzustellen. Gleichzeitig wechselten sie von einem Wettbewerbsverhältnis zu einer Zusammenarbeit. Beispielsweise bei der Forschung und Produktion von Alizarinfarbstoffen führten Verhandlungen zwischen neun deutschen Unternehmen wie der Hoesch AG, der BASF und der Bayer AG sowie einem britischen Unternehmen im Jahr 1881 dazu, um unnötigen Wettbewerb zu vermeiden. Es wurden Vereinbarungen bezüglich der Preise und des Marktanteils getroffen, wodurch schließlich ein Kartell entstand. Im Jahr 1885 löste sich das Kartell des „Alizarin-Vertrags“ auf. Nach mehreren Verhandlungen schlossen die Unternehmen Hoechst, BASF und Bayer im April 1900 einen neuen Vertrag ab, um ein neues Kartell zu bilden und so durch Preismonopole hohe Gewinne zu erzielen. Künstlich hergestellte Farbstoffe ermöglichten es nicht nur den „Drei Großen“-Unternehmen, erfolgreich zu werden, sondern auch Deutschland, den überwiegenden Teil der technischen Patente sowie der Herstellungsverfahren in diesem Bereich in Besitz zu nehmen. Dadurch erhielt die deutsche Farbstoffindustrie zusätzlichen Antrieb für ihr Wachstum. Im Jahr 1880 machten die synthetischen Farbstoffe aus Deutschland 50 Prozent der weltweiten Produktion aus. Im Jahr 1900 waren es bereits etwa 90 Prozent der weltweiten Produktion. Bis 1914 hatte Deutschland England und Frankreich als Zentrum der Chemieindustrie abgelöst und kontrollierte 88 Prozent des weltweiten Farbstoffmarktes – was fast einem Monopol gleichkam. Differenzierte Kooperation, Konkurrenz und Monopole: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erreichten die „Drei Großen“ der deutschen Chemieindustrie eine sehr besondere Entwicklungsphase. Wettbewerb und Kooperation, Krieg und Monopol haben sich stets gegenseitig begleitet. Zunächst wandelten sich die Unternehmen von Wettbewerb und Kooperation zu einem fortgeschrittenen Monopol. Die oben erwähnten Kartellorganisationen sind lediglich eine einfache Form von Monopolorganisationen; sie betreffen nur einen bestimmten Bereich oder eine bestimmte Produktgruppe der unabhängigen Unternehmen. Die Abhängigkeit zwischen den Unternehmen ist sehr gering, wodurch unweigerlich ein heftiger Wettbewerb entsteht. Zu diesem Zweck plädiert das Unternehmen Bayer für die Gründung von Monopolorganisationen auf höherer Ebene – Syndikate. Die beteiligten Unternehmen behalten zwar in der Produktion und rechtlich weiterhin ihre Unabhängigkeit, sind aber in ihrer Geschäftstätigkeit vollständig der Zentrale unterstellt. Im Jahr 1904 gründeten Bayer, BASF und Agfa eine Art Kartell – eine „Interessengemeinschaft“. Es handelte sich dabei um die sogenannte kleine I.G.-Gruppe. Die drei Unternehmen teilten sich die Gewinne: BASF und Bayer hatten jeweils einen Anteil von 43%, während Agfa einen Anteil von 14% hatte. Das Unternehmen Hirschstätter bildet durch den Erwerb oder die Zusammenlegung kleinerer und mittlerer Unternehmen eine Unternehmensgruppe, deren absoluter Kern es selbst ist. Diese beiden Farbstoffkonzernen beherrschen fast 90 Prozent des weltweiten Farbstoffmarktes. Nachdem Deutschland im Jahr 1914 den Ersten Weltkrieg ausgelöst hatte, wurde aus **Friedens- und Kriegsgründen aktiv dafür gesorgt, dass die kleinen Unternehmen der I.G.-Gruppe und die Unternehmen der Herschel-Gruppe zusammengelegt wurden, um so größere Monopolorganisationen zu schaffen. Im Jahr 1916 entstand die große I.G.-Gruppe, die nahezu alle unabhängigen kleinen Unternehmen im deutschen Chemiebereich übernahm. Nach der Gründung des großen I.G.-Konzerns traten Probleme wie übermäßige Verwaltung, Produktdoppelungen und mangelnde Effizienz auf. Reformen waren daher unvermeidlich, und der Übergang zu einer hochentwickelten Monopolorganisation – einem Trust – erwies sich als beste Lösung. Am Neujahrstag 1925 wurde das deutsche Unternehmen I.G. Farbenindustrie AG – also ein Konzern – offiziell gegründet. Der Hauptsitz des Unternehmens befand sich in Berlin. Dabei hatten BASF, Hoechst und Bayer jeweils einen Anteil von 27,4 % am ursprünglichen Kapital und waren somit die drei größten Gründungsunternehmen. Alle deutschen Chemieunternehmen wurden in dieses Unternehmen integriert. Die einst unabhängig tätigen „Drei Großen“ sind nun zu drei Bestandteilen eines Trust-Unternehmens geworden. I.G. Farben ist ein riesiges Konzernunternehmen, das von einer „Betriebsgemeinschaft“ verwaltet wird. Dennoch behalten die einzelnen Unternehmen ihre Unabhängigkeit bei. Jede Betriebsgemeinschaft umfasst mehrere Produktbereiche mit ähnlichen Technologien – dadurch entsteht eine Struktur des kooperativen, wettbewerbsorientierten und monopolistischen Marktes. Um das Unternehmen BASF herum entstand die Gemeinschaft im Oberlauf des Rheins. Obwohl weiterhin Farbstoffe, Zwischenprodukte sowie andere Chemikalien hergestellt werden, konzentriert sich die Haupttätigkeit auf die Produktion von Ammoniak und stickstoffhaltigen Düngemitteln für die Landwirtschaft. Um das Unternehmen Hoesch herum entstand die Gemeinschaft im mittleren Rheintal. Obwohl es weiterhin ein Zentrum für die Herstellung von Arzneimitteln blieb, produzierte es auch Farbstoffe, Acetylen sowie Produkte auf Basis von Acetat. Zudem war das Unternehmen für die Entwicklung von Kautschuk verantwortlich. Unter der Führung des Unternehmens Bayer wurde die Gemeinschaft im Unterlauf des Rheins gegründet, um weiterhin feine Farbstoffe, Arzneimittel, Fotokemikalien sowie Papier herzustellen. Ursprünglich entwickelte sich der Hauptsitz des Unternehmens Bayer in Leverkusen zu einem Produktionszentrum für Grund- und Zwischenchemikalien sowie zum größten Herstellungsort von Farbstoffen. Synthetische Gummis und Polymermaterialien wurden zu den wichtigsten Forschungsgebieten. Jede Wirtschaftsgemeinschaft wird unter der Aufsicht des Zentralbüros so autonom wie möglich geführt, übt Selbstkontrolle aus und kooperiert sowie konkurriert mit anderen Wirtschaftsgemeinschaften. Die I.G. Farbenindustrie AG gehörte zu den großen Monopolgruppen im Konzernformat. Sie monopolisierte nicht nur die Produktion von Farbstoffen sowie synthetischem Ammoniak in ganz Deutschland und kontrollierte damit 85 Prozent des deutschen Chemieproduktionssektors, sondern war zudem der größte Konzern in Europa sowie ein „Riese“ in der weltweiten Chemieindustrie – somit entstand ein weltweites Monopol. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die I.G. Farben AG unweigerlich in den Strudel des Krieges hineingezogen. Wie sein Tochterunternehmen BASF setzte es nahezu alle „chemischen Erfindungen“ ein, um die verschiedenen Bedürfnisse der Nazis zu befriedigen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt das Unternehmen BASF enorme Verluste. Laut Statistiken wurden 33 Prozent seiner Fabriken völlig zerstört, während 61 Prozent schwer beschädigt wurden. Deutschlands Niederlage im Zweiten Weltkrieg bedeutete das Ende der Monopolära des Unternehmens I.G. Farben. Im Jahr 1950 beschlossen die Besatzungsmächte, das Unternehmen I.G. Farben aufzuteilen. Die Unternehmen Bayer, Hoechst und BASF, die am Rhein ansässig waren, wurden zu den drei Nachfolgeunternehmen. Im Dezember 1951 wurde das Unternehmen Bayer neu gegründet. Dabei wurden die vier Produktionsstätten des ursprünglichen Unternehmens Bayer aus der Zeit vor 1925 wieder in Betrieb genommen – nämlich Leverkusen, Dormagen, Elberfeld und Uerdingen. Das Unternehmen konzentrierte sich darauf, die Produktion seiner Arzneimittel zu erweitern und seine Kernkompetenzen im Bereich der Arzneimittelforschung zu stärken. Im Jahr 1952 wurde das Unternehmen BASF unter dem Namen „Badische Anilin- und Soda-Fabrik AG“ wieder gegründet. Allerdings konnte es nur wieder mit den Anlagen arbeiten, die es bereits vor dem Jahr 1925 besaß. Die vor dem Krieg eingerichteten Landwirtschaftsstationen sowie die Technologien zur Herstellung von Düngemitteln spielten in dieser Zeit eine entscheidende Rolle. Das Unternehmen BASF entwickelte auf dieser Grundlage eine Reihe neuer landwirtschaftlicher Chemikalien. Gleichzeitig konnte BASF dank der vor dem Krieg erworbenen technologischen Vorteile in der Entwicklung von Polymeren wie Perlon und Nylon große Erfolge bei der Herstellung von Kunststoffprodukten wie Polyethylen-Folien für Verpackungen erzielen. Die Rohstoffe für Polyethylen sind zu jener Zeit Öl und Erdgas, die günstig in der Herstellung waren. Durch die Verbindungen zu den entsprechenden Industrienzenren trat BASF so in den Bereich der Petrochemie ein. Im Jahr 1953 wurde das Unternehmen Hirschstetter neu organisiert. Neben dem Geschäft mit Arzneimitteln und Feinchemikalien behält es auch die Bereiche Pharmazie, Glasfolie, Zellulosederivate sowie Zwischenprodukte bei. Später arbeitete die Firma Hirschstetter auch mit amerikanischen Unternehmen zusammen und betrat so den Bereich der Herstellung von Polymerprodukten für den täglichen Gebrauch. So starteten die „Drei Großen“ der deutschen Chemieindustrie von den Trümmern des Krieges aus neu und betraten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen neuen Entwicklungsweg. Die BASF-Gruppe: Vom Farbstoffhersteller zum Schöpfer von Chemikalien. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann das Unternehmen BASF auf der Grundlage seiner Forschungstechnologien und Kenntnisse im Bereich der synthetischen Farbstoffe, eine neue Ära in der Herstellung von Chemikalien einzuleiten. In den 1950er Jahren ebnete die Produktion von Polystyrolharzen den Weg für Bauschings außereuropäische „chemische Innovationen“. Durch Joint Ventures und Kooperationen mit Unternehmen aus Großbritannien und den USA hat das Unternehmen BASF nicht nur die Märkte in den USA, Frankreich, Brasilien und Argentinien erschlossen, sondern ist auch in den Bereich der Herstellung von textilen Fasern auf Polymerbasis eingestiegen. Ab Mitte bis Ende der 1960er Jahre drang das Unternehmen BASF durch Übernahmen und Joint Ventures nacheinander in Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik und Afrika ein. Nach den 1980er Jahren konzentrierte sich das Unternehmen BASF auf die Entwicklung in Schwellenländern. Im Jahr 1965 begann das Unternehmen BASF mit der Diversifizierung seiner Geschäftstätigkeiten und wurde allmählich auch im Druckgewerbe aktiv. Im Jahr 1970 begann das Unternehmen BASF mit der Herstellung von Druckfarben, Isolierbeschichtungen sowie elektrischen Materialien. Dies legte die technische Grundlage dafür, dass das Unternehmen später zu einem Hersteller von Lacken und Poliermitteln für Automobile wurde. Im Jahr 1975 erweiterte das Unternehmen BASF seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den Bereichen Medikamente und medizinische Produkte. Im Jahr 1987 entdeckten Forscher bei der Firma BASF eine neue Technologie zur Herstellung von Vitamin B2. Sie versuchten anschließend, mithilfe biotechnologischer Methoden natürliche Zusatzstoffe für Getränke und Milchprodukte zu entwickeln. Während der Öl- und Wirtschaftskrise der 1970er Jahre passte das Unternehmen BASF seine Entwicklungsstrategie erneut an und machte die Integration zur Quelle ständiger chemischer Innovationen. Integration bezeichnet ein vernetztes System innerhalb eines Konzerns, bei dem intelligente Produktionsstätten, Energieflüsse und Infrastrukturen miteinander verbunden sind. Zudem gehören dazu auch die miteinander verbundenen technischen Kenntnisse sowie Kunden – also die Integration von Produktion, Technologie, Kunden und Mitarbeitern. Gemäß der Integrationssstrategie verfügt das Unternehmen BASF über 6 kooperative Produktionsplattformen sowie mehr als 390 Produktionsstandorte, die ein globales Produktionsnetzwerk bilden. Dadurch kann BASF Kunden und Partnern überall auf der Welt Unterstützung bieten. Im Rahmen der Integrationssstrategie entwickelt das Unternehmen BASF sein Kerngeschäft in der Chemiebranche weiter – dabei geht es um Grund- und Zwischenprodukte. Durch die Übernahme von Unternehmen in der Vor- und Nachbearbeitungsphase entsteht so eine umfangreiche „Produktionskette“. Gleichzeitig wendet sich BASF auch auf Bereiche zu, die weit entfernt von der Chemie und ihren Kernaktivitäten liegen – nämlich auf Gebiete, in denen Chemie und Technologie sowie Chemie und Biologie miteinander verbunden sind, wie beispielsweise Biotechnologie und Nanotechnologie. Auf diese Weise entwickelt sich BASF zu einem großen, integrierten Chemiekonzern. Nach mehr als 20 Jahren der Integration und globalen Geschäftstätigkeit stellt das Unternehmen BASF heute Chemikalien her – darunter Produktionschemikalien, Kunststoffe sowie Hochleistungsadditive. Zudem werden funktionelle Beschichtungen, Katalysatoren und Gerinnungsmittel für spezielle Kunden angeboten. Außerdem gibt es noch Landwirtschaftschemikalien sowie Produkte aus dem Bereich Öl und Gas. Die Umweltverschmutzung durch Chemieunternehmen wird seit langem kritisiert. Um ein gutes Unternehmensimage zu schaffen sowie eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens zu gewährleisten, hat BASF sich für die Entwicklung grüner und umweltfreundlicher Chemikalien entschieden. Seit den 1960er Jahren setzt sich das Unternehmen für den Umweltschutz ein und investiert kontinuierlich große Summen in die Behandlung von chemischen Produktionsabfällen, Abwässern und Abgasen. BASF, das aus synthetischen Farbstoffen hervorgegangen ist, schafft mit Technologie eine chemische Welt, gewinnt den Markt durch Zusammenarbeit und setzt die Entwicklung von Chemikalien mit neuen Konzepten der Nachhaltigkeit und Sauberkeit konsequent fort. Von Farbstoffen bis zur Fokussierung auf die Entwicklung von Arzneimitteln: Als Unternehmen, das sich mit der Herstellung von synthetischen Farbstoffen beschäftigte, begann Bayer bereits früh mit der Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln und blieb stets an der Spitze der wissenschaftlichen Forschung und Produktion. Die im 19. Jahrhundert entwickelten Entzündungshemmer Phenacetin sowie das wirksame Medikament gegen Rheuma, Aspirin, legten die Grundlage für die Stellung von Bayer als führender Hersteller von Chemikalienpräparaten. Nach den Erfahrungen der beiden Weltkriege konzentrierte sich das Unternehmen Bayer schließlich wieder darauf, die Entwicklung und Produktion seiner Arzneimittel zu erweitern, in dem Bestreben, mit Wissenschaft und Technologie die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Während der fünfziger und sechziger Jahre baute das Unternehmen Bayer seine Produktionsanlagen für Chemikalien und Arzneimittel wieder auf. Gleichzeitig versuchte es, durch Zusammenarbeit mit Unternehmen aus Großbritannien und den USA in den Bereich der Herstellung von Petrochemie- und Polymerprodukten einzudringen – doch mit begrenztem Erfolg. Daher setzte das Unternehmen Bayer nach den 1970er Jahren die nach dem Krieg festgelegte Wiederaufbaustrategie hauptsächlich durch Übernahmen um und konzentrierte sich auf die Forschung und Entwicklung sowie Produktion von Arzneimitteln. In den 1980er Jahren vollzog das Unternehmen Bayer erneut eine Umwandlung in der Forschung und Entwicklung von Chemikalien. Statt sich weiterhin auf das werbefintensive Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten zu konzentrieren, wandte es sich nun dem forschungsintensiven Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zu. Zudem versuchte Bayer, zu einem Unternehmen zu werden, das in der Lage ist, verschiedene Diagnosegeräte herzustellen. Bis 1994 gehörte Bayer zu den fünf größten Herstellern von rezeptfreien Medikamenten weltweit. Gleichzeitig begann das Unternehmen, sich in dem Bereich der neuen Biotechnologien zu engagieren – doch der Fortschritt verlief dabei relativ langsam. Auch wenn beide aus Unternehmen der Herstellung synthetischer Farbstoffe hervorgegangen sind, haben die Unternehmen Bayer und BASF unterschiedliche Entwicklungswege eingeschlagen. Durch langjährige Entwicklung und Konsolidierung des Geschäfts hat das Unternehmen Bayer zunehmend ein besseres Verständnis für seine Unternehmensmission und seinen Wert entwickelt. Das Unternehmen Bayer fasst seine kulturellen Werte in zwei Sätzen zusammen. Der erste Satz lautet LIFE – das ist die Abkürzung für die vier englischen Wörter Leader, Integrity, Flexibility und Efficiency. Damit sind Führung und Vorbildfunktion, Integrität und Ehrlichkeit, Flexibilität sowie Effizienz gemeint ; Ein weiterer Satz lautet: „Technologie dient einem besseren Leben“, wobei der Fokus auf der Gesundheit der Menschen, der Landwirtschaftstechnologie zur Erhaltung des menschlichen Überlebens sowie dem Umweltschutz für eine nachhaltige Entwicklung in der Zukunft liegt. Derzeit ist Bayer, als eines der „Drei Großen“ der deutschen Chemieindustrie, ein weltweit tätiges Unternehmen mit herausragenden Kompetenzen in den Bereichen Gesundheitswesen, Biologie und Hochtechnologiematerialien. Das Unternehmen bietet mehr als 10.000 verschiedene Produkte an. Seine Entwicklungsgeschichte spiegelt den ständigen Streben der Menschheit nach einer besseren Lebensqualität wider. Die Hoesch-Gruppe – ein Unternehmen, das von Farbstoffen über Arzneimittel bis hin zu Produkten aus dem Bereich der Lebenswissenschaften tätig war. Genau wie BASF und Bayer begann auch Hoesch mit der Entwicklung und Herstellung von Farbstoffen; gleichzeitig engagierte sich das Unternehmen auch in der Entwicklung chemischer Arzneimittel. Der Unterschied besteht darin, dass das Unternehmen Hirschstetter eine integrierte Geschäftsstrategie verfolgt und neue Medikamente entwickelt, die andere Unternehmen nicht haben – wie Seren zur Behandlung von Diphtherie und anderen Infektionskrankheiten, Impfstoffe sowie Schmerzmittel. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann das Unternehmen Hirschstetter eine neue Ära. Im Jahr 1953 wurde das Unternehmen Hirschstetter neu organisiert. In den 1950er Jahren konnte das Unternehmen Heschler dank der Abhängigkeit von externen Lieferanten für Öl und Polymerrohstoffe, Paraffine sowie aromatische Verbindungen sowie andere Zwischenprodukte erfolgreich in den Markt für Polymere und petrochemische Produkte einsteigen. Gleichzeitig konzentrierte sich das Unternehmen darauf, neue Technologien einzusetzen, um die Produktion von Farbstoffen, Medikamenten sowie neu entwickelten Insektiziden zu verbessern. Im Jahr 1953 erhielt das Unternehmen eine exklusive Lizenz von der British Imperial Chemicals Company und konnte auf dieser Grundlage erfolgreich in die Produktion von Polymer-Endprodukten einsteigen. Im Jahr 1956 konnte das Unternehmen Hirschstetter dank der engen Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Unternehmen Hercules in den Bereich der Herstellung von Polymerprodukten für den täglichen Gebrauch einsteigen. In den 60er und 70er Jahren behielt das Unternehmen Heschler weiterhin eine Struktur mit mehreren Produktbereichen – darunter organische Chemikalien, Landwirtschaftschemikalien, Arzneimittel, Polymere und Kunststoffprodukte sowie Fasern und Filme. Es gab insgesamt fünf Produktbereiche. Von 1970 bis 1995 wurde das Unternehmen Heschler durch zwei Übernahmen zu einem der größten Chemieunternehmen der Welt. Unglücklicherweise kam es ab den 1990er Jahren zu erheblichen Veränderungen in der Entwicklung des Unternehmens Heschter. Es wandte sich allmählich von der Entwicklung von Farbstoffen und Chemikalien hin zu neuen Produktbereichen, die auf den Lebenswissenschaften beruhen. Mit diesen nicht verbundene Geschäfte werden durch Übernahmen und Umstrukturierungen zur Umwandlung der Produktstruktur genutzt. So zog man im Jahr 1992 aus dem HDPE-Geschäft des Unternehmens in den USA zurück und verkaufte die Produktionsstätten. In Deutschland wurden die Produktionsstätten für Zwischenprodukte und Polyvinylchlorid geschlossen, und es wurden Anteile an der Great Lakes Carbon Company in den USA und Kanada sowie an der Russell-Sonoda Company in Japan erworben. Im Jahr 1995 investierte das Unternehmen Hoffmann-La Roche 7 Milliarden US-Dollar, um das amerikanische Unternehmen MMD Pharmaceuticals zu übernehmen. Dadurch wurde es zu einem der vier größten Pharmaunternehmen der Welt und entwickelte sich allmählich zu einem vollwertigen Unternehmen im Bereich Pharmazie und Life Sciences. Im Jahr 1996 wurden weitere 3 Milliarden Dollar investiert, um 43 Prozent der Anteile des französischen Pharmaunternehmens Marion Russell zu erwerben. Dadurch entstand das Unternehmen Hachette-Marion Russell. Im Jahr 1999 fusionierte das neu gegründete Unternehmen mit dem französischen Unternehmen Rhône-Poulenc und schuf so das transnationale Unternehmen Aventis. Das Ziel war es, zu einem führenden Hersteller von Arzneimitteln zu werden – mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von Impfstoffen, verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie Proteinarzneimitteln. Das Unternehmen Hoechst verschwand hingegen im Rahmen dieser neuen Struktur. Im Jahr 2004 fusionierte Aventis außerdem mit dem französischen Pharmaunternehmen Sanofi-Synthélabo zu Sanofi-Aventis. Dadurch entstand das größte Pharmaunternehmen in der Europäischen Union sowie das drittgrößte Pharmaunternehmen der Welt. Im Jahr 2011 wurde Sanofi-Aventis offiziell in Sanofi umbenannt. Das neu gegründete Unternehmen Sanofi entstand tatsächlich aus dem Zusammenschluss von fünf Unternehmen. Die Marken und Namen der „Drei Großen“-Unternehmen, die seit Jahrhunderten existieren, sind hingegen in Vergessenheit geraten. Als unabhängiges Unternehmen verschwand die Firma Hirschstetter letztendlich aus dem Bereich der Lebenswissenschaften – was sicherlich ein großer Verlust in ihrer Entwicklungsgeschichte ist.
Reply #22015-11-12
Heute, wenn wir den hundertjährigen Aufstieg und Niedergang der drei deutschen Chemiekonzerne nochmals betrachten, spüren wir deutlich, dass ein Aufstieg unweigerlich mit dem Aufstieg bestimmter Industrien oder Industriestandorte verbunden ist – und zugleich mit Unternehmen, die weltweit wettbewerbsfähig sind. Deutschland hat in den letzten 100 Jahren mehrere Höhen und Tiefen durchgemacht, konnte sich jedoch immer wieder erholen – was eng mit der globalen Wettbewerbsfähigkeit seiner Unternehmen zusammenhängt. Und es ist bemerkenswert, dass deutsche Unternehmen bereits im Jahr 1880 ein Bewusstsein für den globalen Wettbewerb hatten. Es ist genau dieses Bewusstsein für den globalen Wettbewerb, das diesen drei Großkonzernen eine anhaltende Entwicklungskraft sowie die Fähigkeit verleiht, sich den Verhältnissen der Zeit anzupassen. Die Geschichte der deutschen Drei großen lehrt uns eine weitere Lektion: Die Entwicklung eines Unternehmens muss inklusiv sein – es geht nicht nur um Wettbewerb, sondern auch um Zusammenarbeit. Man kann nicht nur mit Wettbewerbern im eigenen Land zusammenarbeiten, sondern auch mit Wettbewerbern aus anderen Ländern. Neben der Zusammenarbeit ist auch eine Fusion möglich. Das Ziel ist es, die Entwicklung des Unternehmens zu fördern und mehr Raum für weitere Entwicklungen zu schaffen. Ein wichtiger Grund dafür, dass diese drei Unternehmen seit einem Jahrhundert ungeschlagen sind, ist, dass sie ihre Konkurrenten nicht als Feinde, sondern als Partner betrachten und so einer homogenen Konkurrenz ausweichen. Langfristig gesehen ist der beste Weg, eine homogene Konkurrenz zu vermeiden, die Vertiefung der Technologie sowie die Professionalisierung der Branche zu fördern, um einen differenzierten Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Das ist genau die Botschaft, die uns die Dreifaltigkeit mitteilt. Obwohl sie alle mit Farbstoffen begannen und ursprünglich zur Vermeidung eines homogenen Wettbewerbs zu Monopolverbünden zusammenkamen, gingen sie später jeweils ihren eigenen Spezialisierungswege, wobei jede von ihnen eigene technische Besonderheiten aufwies. Technische Tiefe und Spezialisierung sind gemeinsame Merkmale deutscher Unternehmen und etwas, was den meisten chinesischen Unternehmen fehlt. Gleichzeitig mussten diese drei Konzerne im Laufe ihrer hundertjährigen Geschichte mehrfach mit großen Veränderungen in der Wirtschafts- und politischen Lage umgehen. Alle drei Unternehmen konnten sich an die jeweilig komplexen Umstände anpassen, entwickelten sich ständig weiter und wuchsen durch diese Anpassungen. Dies erfordert von den Unternehmensstrukturen, der Unternehmenskultur sowie den Führungskräften eine sehr große Widerstandsfähigkeit – sie sollten nicht nach kurzfristigem schnellem Wachstum streben, sondern vielmehr die Grundlagen für das langfristige Überleben des Unternehmens schaffen. Solche Unternehmen sind in der Regel finanziell konservativ, haben eine solide technische Basis und weisen eine starke interne Zusammengehörigkeit auf. Für solche Unternehmen führt jede große Umweltveränderung dazu, dass ihre Anpassungsfähigkeit, Offenheit und Entwicklungskraft gestärkt werden – außerdem werden dadurch ihre technischen Grundlagen noch fester und solider. Nur solche Unternehmen können über Jahrhunderte hinweg bestehen.
Reply #32015-11-12
Seit langem sind BASF, Bayer und Hoechst die „Drei Großen“ der deutschen Chemieindustrie. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland zum Marktführer und Vorreiter in der weltweiten Chemieindustrie wurde. Sie verkörpern die Entwicklung der deutschen Chemieindustrie und stellen unterschiedliche Wege der industriellen Entwicklung dar.

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