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Warum darf die Vorschwelltemperatur 205 °C nicht überschreiten?
Es gibt so eine Aussage nicht. Die Temperatur bei der Schwefelung hängt von dem Katalysator ab – sie ist nicht so niedrig. In der Regel gibt es mehrere Phasen: Vor der Schwefelzufuhr 180 °C, anschließend konstante Temperatur bei 230 °C, dann wieder konstante Temperatur bei 260 °C und schließlich bei 280 °C. In der Regel wird die Temperatur nicht über 280 °C erhöht. Bei den Katalysatoren, mit denen ich zu tun hatte, galt in der Regel diese Vorgehensweise.
Ist das Problem nicht klar genug formuliert? Die Zersetzungstemperatur des Schwefelungsmittels liegt in der Regel bei etwa 205 Grad. Deshalb sollte das Schwefelungsmittel bei zu niedriger Temperatur im Reaktor nicht zu früh zugegeben werden – andernfalls könnte es aufgrund einer zu hohen Menge an Schwefelungsmittel im Reaktor zu einer Temperaturerhöhung kommen
Du hast das nicht ganz klar gesagt. Die Vergüttung des Katalysators ist ein Reaktionsprozess, wobei die Vergüttungszeit in der Regel 5 bis 7 Tage beträgt. Die Menge an Vergüttungsmittel (Kohlenstoffdisulfid oder Dimethyldisulfid), die zugeführt wird, hängt ebenfalls direkt von der Stärke der Vergüttung ab. Im Allgemeinen verlangen wir, dass im Ausgangszustand (ca. 170 Grad) zunächst das Schwefeliermittel zugeführt wird. Erhitzungen sind erst zulässig, wenn am Ende des Systems keine relativ hohe Konzentration an Schwefelwasserstoff nachgewiesen werden kann – also dann, wenn das Schwefeliermittel den Reaktor noch nicht durchdrungen hat. Da die meisten Katalysatoren in oxidiertem Zustand vorliegen (was den Transport und die Lagerung erleichtert), beginnen sie in einer Wasserstoffumgebung, bei Temperaturen von 230 Grad oder mehr, unter dem Einfluss des Wasserstoffs zu Metall in reinem Zustand reduziert zu werden. Das Metall im reinen Zustand ist jedoch nicht aktiv – der Katalysator verliert somit dauerhaft seine Aktivität und kann keine katalytische Wirkung mehr entfalten. Daher muss die Temperatur vor der Vulkalisierung streng kontrolliert werden; wenn der Vulkalisierungsprozess dann nach den von dem Katalysatorhersteller vorgegebenen Richtwerten abläuft, gibt es kein Problem.