Bei der Charakterbildung von Kindern sind die Details entscheidend
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Dieser Beitrag wurde zuletzt von cflt111 am 11.1.2016 um 18:49 bearbeitet.Szenario 1: Tröstung durch Schuldzuweisung
„Kleines, weine nicht. Schau, wie Mama diesen ungezogenen Stuhl bestraft – er ist schuld daran, dass unser Baby hingefallen ist.“ ”Bei den Interviews sah der Reporter oft folgendes Bild: Ein Baby, das noch versuchte, zu laufen, stolperte über einen kleinen Stuhl im Haus. Die junge Mutter eilte sofort herbei, nahm das Kind in die Arme und tröstete es mit liebevollen Worten. Gleichzeitig schlug sie auf den Stuhl, um ihn zu bestrafen. Dadurch hörte das weinende Kind auf zu weinen und begann zu lachen. Analyse: Kleine Kinder denken auf eine animistische Weise. Sie glauben, dass viele Dinge wie Menschen sind und über menschliche Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen verfügen. Sie betrachten leblose Dinge als lebendig – zum Beispiel glauben sie, dass Steine sprechen können oder dass Tiere genauso leben wie Menschen. Daher ist es im Einklang mit den Eigenschaften des animistischen Denkens, das Kind vor seinem ersten Geburtstag mit Ausdrücken wie „ungutes, böses Stuhl“ zu trösten. Auf Dauer entwickeln Kinder eine Art „inertes Denkmuster“. Wenn sie erwachsen werden, neigen sie dazu, anderen die Schuld zu geben, keine Verantwortung zu übernehmen und ihre Pflichten zu vernachlässigen. Szenario zwei: Beiläufige, einfache Kritik
Eine Lehrerin sagte, dass eines der Mädchen in ihrer Klasse beim Kunstunterricht immer erst darauf achtete, was die anderen zeichneten, bevor sie selbst zu zeichnen begann. Wenn sie frei gestalten durfte, hörte sie oft mitten im Malen auf. Die Lehrerin fragte sie, warum. Zuerst fragte sie sehr schüchtern die Lehrerin: „Habe ich etwas falsch gezeichnet?“ Erst nach einer bestätigenden Antwort wagte sie es weiterzumalen. Erst nach dem Besuch des Lehrers bei den Eltern wurde klar, dass dies eine Angewohnheit war, die sich bei dem kleinen Mädchen durch die vielen unbewussten Vorwürfe ihrer Eltern entwickelt hatte. Zum Beispiel, wenn man versehentlich eine Schüssel zerstört oder ein Buch zerreißt, folgen darauf die entsetzten Rufe und Vorwürfe der Eltern. Analyse: Viele Verhaltensweisen, die von Erwachsenen als Unfug angesehen werden, sind in Wirklichkeit eine Art und Weise für Kinder, die Welt zu erkunden. Diese Art des Erkundens unterscheidet sich von der der Erwachsenen. Wenn dieses Unterschiede von den Erwachsenen kritisiert oder abgelehnt werden, wird die Neigung der Kinder zum Erkunden unterdrückt. Daher sollten Erwachsene bei Kindern unter 6 Jahren, egal wie unartig ihr Verhalten in den Augen der Erwachsenen auch erscheinen mag, das Kind dazu ermutigen, die Gründe dafür zu erforschen, anstatt es einfach abzulehnen. Andernfalls werden Kinder leicht zu ängstlichen und unsicheren Menschen – genau wie das kleine Mädchen, das hier Malen lernt. Sie bleiben in den Denkmustern der Erwachsenen gefangen, wagen es nicht, Neues auszuprobieren oder sich von anderen abzuheben. Das ist sehr schlecht für die Entwicklung eines kreativen Denkens bei Kindern. Szenario drei: Uneinheitliche Auffassungen von Erziehung „Mit Opa und Oma als Schutzschild lernen die Kinder bereits in jungen Jahren, auf die Stimmung der Erwachsenen zu achten.“ ”Das Ehepaar Frau Li, das im alten Stadtteil wohnt, ist bei der Erziehung ihres 3-jährigen Kindes sehr streng. Die Großeltern, die bei ihnen leben, hingegen lieben ihren Enkel sehr. An normalen Tagen, wenn ich sehe, dass mein Enkel etwas Falsches tut, eile ich immer, ihn zu verteidigen, und kann es nicht ertragen, dass er auch nur ein bisschen kritisiert wird. Immer, wenn das Ehepaar anfängt, das Kind zu erziehen, ruft das Kind nach „Opa und Oma“, um Schutz zu suchen. Analyse: Uneinheitliche Auffassungen zur Erziehung zu Hause führen dazu, dass es im Familienleben keine einheitlichen Prinzipien gibt, wodurch die Kinder zu Hause keine Regeln befolgen können. Andererseits lernen Kinder, die es gewohnt sind, ältere Menschen als Schutzschild zu nutzen, schon früh, die Stimmung anderer zu erkennen – und suchen bei ungünstigen Umständen nach den für sie vorteilhaftesten Bedingungen. Auf Dauer wird dies dazu beitragen, dass Kinder eine schlechte Einstellung entwickeln – eine Einstellung, bei der sie nicht aufrichtig sind, egozentrisch handeln und das öffentliche Wohl nicht als Maßstab nehmen. Szenario vier: Falsches Teilen „Kinder sind sehr herrisch – zu Hause wie in der Schule darf niemand ihre Sachen anfassen.“ Die Mutter war verwirrt. Als sie als Kind ihre Kinder unterrichtete, lehrte sie sie oft, das Essen mit anderen zu teilen. Immer, wenn die Erwachsenen es anweisen, wissen die Kinder, wie man Dinge mit anderen teilt. Obwohl es meist nur um Scherze mit dem Kind geht, wird das, was man zum Mund führt, oft wieder dem Kind zurückgegeben. Aber wenn man schon so früh mit der Erziehung beginnt, sollte das Kind eigentlich keine so dominante, egoistische Persönlichkeit entwickeln – die Mutter ist deswegen sehr verwirrt. Analyse: Teilen ist eine hervorragende Eigenschaft eines Menschen. Doch um Kindern beizubringen, wie man teilt, darf es nicht nur bei oberflächlichen Handlungen bleiben. Wenn das Kind bereit ist, etwas in Ihre Hände zu geben, sollten die Eltern es annehmen. Nur so kann das Kind verstehen, was wahres Teilen bedeutet, und kann die Freude am Teilen erleben. Wenn Erwachsene sehr unaufrichtig sind, lernen auch Kinder, unaufrichtig zu sein. Daher sollte man bei der Erziehung von Kindern zum Teilen nicht nur an der Oberfläche bleiben, sondern ihnen vermitteln, was Teilen bedeutet und was geteilt werden kann.