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Vor kurzem hatte ich hier eine Mehrstufen-Zentrifugalpumpe. Aufgrund eines Fehlers im Steuerkasten kam die Pumpe zum Stillstand. Zufällig funktionierte auch die Auslassventil nicht mehr, wodurch das Hochdruckwasser zurückfloss und die Pumpe zusammen mit dem Motor in die entgegengesetzte Richtung rotierte. Der diensthabende Mitarbeiter bemerkte zwar, dass der Stromfluss durch den Motor auf Null fiel, konnte aber den Umkehrvorgang nicht rechtzeitig erkennen und das Auslassventil schließen. Wie kann man in einem solchen Fall schnell feststellen, ob der Motor in die entgegengesetzte Richtung läuft? Ist es angemessen, den Stillstand des Motors allein anhand des Nullwerts der Motorstromstärke zu bestimmen? Welche weiteren Parameter müssen noch berücksichtigt werden?
Wie schnell ist schnell? Man kann nur auf den Druckmesser schauen
Stromstärke, Auslassdruck, Durchfluss – all das liefert Daten; mehrere Daten werden miteinander verglichen
Sowohl der Druck als auch der Füllstand des Behälters, in dem die Flüssigkeit gelagert wird, ändern sich. Auch der Druckmesser der Pumpe wechselt
Wir hatten bereits zuvor Probleme, bei denen ein Einwegventil versagte und dadurch die Pumpe in die entgegengesetzte Richtung arbeitete. Die Pumpe trieb das Getriebe an, welches wiederum den Motor in die entgegengesetzte Richtung zum Laufen brachte – mit erheblichen Verlusten als Folge. Als weitere Maßnahme wurde vorgenommen, sowohl die Drehzahl der Pumpe als auch den Auslassdruck gleichzeitig zu überwachen. Wenn beispielsweise die Drehzahl der Pumpe 1650 Umdrehungen pro Minute beträgt, aber der Auslassdruck dennoch unter 0,7 MPag liegt, gilt das als Anzeichen dafür, dass die Pumpe in die entgegengesetzte Richtung dreht. In solchen Fällen wird über das DCS ein Alarm ausgelöst. Für Ihr System ist entscheidend, ob Ihre Pumpe und der Motor über ein Drehzahlmesssystem verfügen. Falls ja, kann man sich an die oben beschriebene Methode halten und die Einstellungen anhand der Leistungskurve der Pumpe vornehmen. Falls nicht, muss man vielleicht von der Technik her vorgehen – zum Beispiel: Welcher Druckbereich besteht am Eingang und Ausgang der Pumpe im Normalbetrieb (mit null Stromfluss)? Überschritt der Druck beim Umkehren diesen Bereich? Oder, wenn am Pumpenausgang ein Durchflussmesser vorhanden ist, dann tritt in der Regel eine Umkehrung auf, wenn der Stromfluss null ist, während der Durchfluss nicht null ist.
Dass der Stromwert auf Null fällt, deutet lediglich darauf hin, dass der Motor nicht mehr in Betrieb ist. Ob eine Umkehr des Drehrichtungs stattgefunden hat, kann nur vor Ort festgestellt werden. Um einen automatischen Start unter DCS-Steuerung zu ermöglichen, bleiben bei vielen Pumpen die Auslassventile im Bereitschaftszustand geöffnet. Wenn das Einwegventil am Auslass versagt, kann dies dazu führen, dass die Pumpe in die entgegengesetzte Richtung dreht – darauf sollte geachtet werden.
Vor Ort kann man: den Druck am Pumpenausgang überprüfen (vergleichbar mit der Ersatzpumpe); Lenkung, Motorstrom, Motorgeräusche – im Zentraleingabesystem sind außerdem sichtbar: Durchfluss am Pumpenausgang, Füllstand des Zuleitungstanks
Die Leistung der Pumpe im umgekehrten Betriebsmodus entspricht in etwa der von Turbinen. Die entsprechenden Kurven unterscheiden sich von den normalen Kurven. Doch die meisten Pumpenhersteller führen keine Tests bezüglich des Betriebs im umgekehrten Modus durch. Zudem weisen einige Hersteller die Kunden darauf hin, dass ein solcher Betrieb verboten ist. Empfohlene Überwachung: Durchfluss, Förderhöhe, Drehzahl, Stromstärke – im Vergleich zu den normalen Kurven.
Verlassen Sie sich nicht zu sehr auf die Rückflussventile – es wird empfohlen, nach jedem Stillstand die manuelle Absperrklappe am Pumpenausgang zu schließen~~
Man kann den Durchfluss am Pumpenausgang sowie den Füllstand im Eingangstank einsehen
Durch die Motorstromstärke, den Druck am Pumpenausgang sowie den Durchfluss lässt sich eine Beurteilung vornehmen
Was oben gesagt wurde, ist sehr umfassend. Als Ergänzung: Man kann anhand des Lüfters des Motors erkennen, ob er Luft nach innen saugt oder nach außen bläst.
Wie viel Schaden entsteht durch Umkehrung?
Wenn die Pumpe in die entgegengesetzte Richtung läuft, hört man sofort keinen Laut mehr vom Motor. Selbst wenn die Pumpe noch so schnell läuft, kann sie nicht mit der Geschwindigkeit des Motors mithalten. Die Geräusche vor Ort klingen anders als normal. Außerdem ist der Druck am Pumpenausgang sowie die Stromstärke gesunken, und auch der Durchfluss am Pumpenausgang, den der leitende Bediener im Innenraum überwacht, ist zurückgegangen. Sobald jemand dafür zuständig ist, wird es sofort entdeckt.
Um dem Unternehmen keinen Schaden zuzufügen und um selbst keine Disziplinarmaßnahmen zu riskieren, sollte der Auslassventil in den Reservezustand versetzt werden – auch ein Einwegventil kann manchmal unzuverlässig sein
Legen Sie ein Stück Papier außerhalb der Flügelhaube des Motors und beobachten Sie, ob das Papier angezogen oder weggeblasen wird
Es ist normal, wenn ein Einwegventil versagt – es wäre besser, den Ausgang mit einer elektrischen Tür sowie einer Pumpe zu sichern. So kann die Bedienung vor dem Schaltpult erfolgen