Thread Content
Das grundlegende Prinzip der Lagerung unter Nutzung von Biogas ist folgendes: Unter versiegelten Bedingungen werden die hohen Gehalte an Methan und Kohlendioxid sowie der geringe Sauerstoffgehalt im Biogas genutzt. Zudem wird die Giftfreiheit des Methans ausgenutzt, um die Gaskomposition in der Lagerumgebung zu regulieren. Dadurch entsteht ein gewisser Sauerstoffmangel, wodurch die Atmung von Getreide, Früchten und Gemüse eingeschränkt wird. Dadurch wird der Stoffverbrauch während des Lagerns verringert, was wiederum zu einer sicheren Lagerung führt. Die Ausrüstung wird von einem aus Polyethylen bestehenden Planen bedeckt, dessen Dicke 0,1–0,2 Millimeter beträgt. Die Planen werden an den Rändern fest an die Wände geklebt, damit keine Lücken entstehen. An der Oberseite befindet sich ein Kupferrohr, das als Abgaskanal dient und mit einem Sauerstoffsensor oder Kohlendioxidsensor verbunden ist – damit kann der Gasgehalt bzw. der Kohlendioxidgehalt im Getreidespeicher jederzeit gemessen werden. Am Boden des Getreidespeichers befindet sich ein radialer Luftzufuhrdiffusor, der wiederum mit einem Biogasstrommesser verbunden ist. Nachdem die Bedien- und Steuergeräte installiert wurden und überprüft wurden, dass es keine Lecks oder Verstopfungen gibt, kann der Schalter zur Zufuhr von Biogas geöffnet werden, damit das Biogas in den Getreidespeicher gelangen kann. Durch den Druck des Biogases werden die Gase im Getreidehaufen über die Auslassrohre an der Oberseite des Silos abgeleitet – und zwar durch Messgeräte hindurch nach außen. Wenn die Menge des eingebrachten Gases 1,5-mal so groß ist wie das Volumen des Getreidehaufens, sinkt der Sauerstoffgehalt auf 1–5 %, während der Kohlendioxidgehalt auf 20–30 % ansteigt. Zu diesem Zeitpunkt werden die Auslassrohre sowie der Schalter für das Biogas abgeschaltet. Anschließend wird der Getreidehaufen 3–5 Tage lang abgedichtet. Dadurch können die wichtigsten Schädlinge im Getreidehaufen, wie zum Beispiel Maisschädlinge oder grüne Bohnenschädlinge, getötet werden. Die schädlingsfreie Periode kann dabei etwa ein Jahr lang anhalten. Hinweise: Kunststoffzelte sowie Rohrleitungsanlagen müssen fest abgedichtet sein. Im Lager ist das Benutzen von offenen Flammen oder das Rauchen streng verboten. Das in den Lagerbehältern gelagerte Getreide muss trocken sein. Der zugeführte Biogas muss zunächst entwässert werden, außerdem muss regelmäßig gelüftet werden.