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In der chemischen Industrie gibt es gefährliche Faktoren wie brennbare und explosive Stoffe, hohe Temperaturen und Drücke sowie giftige Substanzen. Schon die geringste Unvorsichtigkeit kann zu schweren Unfällen führen. Deshalb ist die Sicherheit in der chemischen Industrie von großer Bedeutung. Die Verantwortlichen auf allen Ebenen müssen die Bewältigung potenzieller Unfallrisiken als höchste Priorität betrachten und diese bereits in ihren Anfängen beseitigen. Unfälle werden in der Regel durch unsicheres Verhalten von Menschen sowie unsichere Bedingungen der Objekte verursacht. Zahlreiche Statistiken zeigen, dass unsicheres Verhalten der Menschen die Hauptursache für Unfälle ist. Um Unfälle zu verhindern, muss daher besonderes Augenmerk auf die Korrektur dieses unsicheren Verhaltens gelegt werden. Laut der Verhaltenswissenschaft wird das Verhalten der Menschen von verschiedenen Faktoren wie der Umgebung und dem psychischen Zustand beeinflusst. Auf der Grundlage meiner jahrelangen Berufserfahrung sowie unter Anwendung analytischer Methoden der Systemtechnik habe ich zahlreiche unsichere Verhaltensweisen von Menschen untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die Faktoren, die zu solchen unsicheren Verhaltensweisen führen, in die folgenden Kategorien eingeteilt werden können: 1. Man weiß es eigentlich, kennt es aber nicht – man versteht die Vorschriften und Richtlinien nicht, kennt die Bedienungsanleitungen nicht und ist sich nicht bewusst, dass das eigene Verhalten unsicher ist und somit Unfälle verursachen kann. Dadurch entstehen Unfälle unbewusst. Zum Beispiel: Am 3. August 1995 nutzte ein Schlosser in unserem Unternehmen ohne Genehmigung eigenmächtig Schweißgeräte, was zu einem Explosionsunfall führte. 2. Mangelnde Wertschätzung der Vorschriften und Regeln: Man schenkt den Vorschriften und Regeln keine Beachtung, betrachtet sie als etwas Unwichtiges und glaubt, man könne auf sie verzichten. Dabei sind diese Vorschriften und Regeln das Ergebnis von Erfahrungen aus dem Schmerz der Vergangenheit – sie stellen eine Zusammenfassung sowie eine Warnung dar. Zum Beispiel: Am 2. November 2005 fiel ein Mitarbeiter unseres Unternehmens beim Reparieren eines Wassertanks in einem Karbonisierungsturm von einer Leiter in einer Höhe von 2,5 Metern herab. Da er keinen Sicherheitshelm trug, erlitt er Kopfverletzungen und eine Gehirnerschütterung. 3. Man weiß es, aber nicht vollständig. Der Täter hat nur eine vage Vorstellung von den Vorschriften, versucht jedoch nicht, sie richtig zu verstehen. In der Praxis ignoriert er die gefährlichen Bedingungen, obwohl er sie eigentlich kennt. Aufgrund seines unvollständigen Wissens geht er ein Risiko ein und verursacht so Unfälle. Zum Beispiel: Am 4. Juli 1987 beschädigte ein Mitarbeiter unseres Unternehmens versehentlich die Ventile des Kompressors, da er mit den Betriebsvorschriften nicht vertraut war. 4 Trennung von Theorie und Praxis: Obwohl die Beteiligten theoretisch mit den Betriebsvorschriften vertraut sind – manchmal sogar auswendig können –, fehlt es ihnen an praktischer Erfahrung. Wenn im Betrieb Probleme auftreten, geraten sie in Panik, wissen nicht, was zu tun ist, und begehen sogar Fehler, was zu Unfällen führt. Zum Beispiel: Am 20. August 1997 führte ein Mitarbeiter unseres Unternehmens, der für die Bedienung der Kältemaschine zuständig war, aufgrund mangelnder praktischer Erfahrung sowie verspäteter Reaktion dazu, dass flüssiges Kupfer in die Kältemaschine gelangte. Dadurch wurde die Kältemaschine beschädigt. 5. Emotionale Impulse: Der Täter möchte etwas haben, das er benötigt – oder er wird durch irgendetwas gestört. Dadurch entstehen Unruhe und Angstgefühle. Solche Emotionen lenken die Aufmerksamkeit des Menschen ab und führen zu Fehlentscheidungen. Zum Beispiel: Im Oktober 1986 war ein Mitarbeiter, der für die Desulfurisierungsprozesse zuständig war, nicht konzentriert bei der Arbeit. Er hielt das Signal zur Verringerung der Geschwindigkeit fälschlicherweise für ein Signal zum Anhalten des Maschinenparks. Dadurch kam es zum Stillstand der gesamten Anlage. Nach Untersuchungen stellte sich heraus, dass familiäre Probleme dazu führten, dass der Mitarbeiter emotional instabil war und daher nicht konzentriert arbeiten konnte – was wiederum zum Unfall führte. 6 Übermäßiges Selbstvertrauen: Der Täter ist blind vor Selbstvertrauen und glaubt, dass man diese Arbeit seit langem auf diese Weise erledigt – er hält das für selbstverständlich, ist gedankenlos und verlässt sich auf Glück. Zum Beispiel: Während einer Wartungsarbeit an einem Vergussofen im April 1983 arbeitete ein Arbeiter in einer Höhe von 2,5 Metern. Er hielt das für keine große Höhe und trug daher keinen Sicherheitsgurt. Infolgedessen stürzte er herab und verletzte sich. 7. Man versteht nicht die Beziehung zwischen Zufälligkeit und Notwendigkeit. Der Handelnde verlässt sich auf seine sogenannte Erfahrung: Da bei einem einmaligen Verstoß nichts passiert ist, betrachtet er diese Zufälligkeit als Notwendigkeit und handelt weiterhin gegen die Regeln. Das führt unweigerlich zu Unfällen. Zum Beispiel: Im April 1987 mussten die Bodenbolzen der Roots-Pumpe verschweißt werden. Früher bestand der Sicherheitsbeauftragte darauf, die Pumpe stillzulegen, bevor mit dem Schweißen begonnen wurde. Die Arbeiter handelten jedoch nach ihrer Erfahrung und schweißten trotzdem weiter – dadurch kam es zu einem Brand, wodurch die gesamte Fabrik stillgelegt werden musste. 8 Unangemessene Management- und technische Maßnahmen: Die Täter handeln nach falschen Vorschriften oder Anweisungen, wodurch Unfälle entstehen. Im Produktionsprozess wird oft nicht das Prinzip „Sicherheit first“ berücksichtigt, wenn es zu Konflikten zwischen Produktion und Sicherheit kommt. 9 Fazit: Aus zahlreichen Untersuchungen zu Unfällen geht hervor, dass unsicheres Verhalten der Menschen die Hauptursache für Unfälle ist. Deshalb müssen aufgrund dieser Ursachen geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um unsicheres Verhalten zu beseitigen. Zunächst muss das Prinzip „Sicherheit first, Prävention vorrangig“ umgesetzt werden – dabei muss der Schutz der Arbeitnehmer bei der Arbeit größte Priorität haben. Zweitens muss ein umfassendes und gut strukturiertes Sicherheitsmanagement-System eingeführt werden. Zum Beispiel: Sicherheitserziehungssysteme, Sicherheitsvorschriften, Verbote des Feuermachens in den Produktionsbereichen, Sicherheitsmanagement für wichtige Positionen usw. Es soll eine verstärkte Sicherheitserziehung der Arbeiter erfolgen, damit sie das Notwendige wissen und können. Zudem sollten Übungen an den Arbeitsplätzen durchgeführt werden, um mögliche Unfälle vorherzusagen und zu simulieren. Die verschiedenen Vorschriften und Regeln müssen streng eingehalten werden – man muss nach wissenschaftlichen Prinzipien handeln. Zudem muss die Arbeitsdisziplin gestärkt und die Verwaltung verbessert werden. Durch Vor- und Nachbesprechungen sowie Kontrollrunden. Die Gedankenlage der Mitarbeiter kennenzulernen, unsichere Faktoren beseitigen, Unfälle verhindern, die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter gewährleisten sowie einen reibungslosen Ablauf der Produktions- und Bauarbeiten sicherstellen.