Thread Content
Die Wärmetauscherrohre für Kohlekraftwerke aus 20#-Kesselstahl werden bei Temperaturen über 600 Grad belastet. Zudem dringen Schwefel, Wasserstoff und Kohlenmonoxid in das Material ein. Möglicherweise enthält das Material auch Chrom. Welche Schweißelektroden sollten bei Undichtigkeiten in den Rohren verwendet werden? Ich habe 507, 317 und 422 ausprobiert – doch mit keiner dieser Elektroden ließ sich eine feste Verbindung herstellen; die Oberflächen verschmolzen nicht miteinander. Ich bitte um Erklärung.
Versuchen Sie zunächst das Entwässern – bei einer Temperatur von 300 °C und einer Einwirkzeit von 0,5 Stunden. Vor dem Schweißen sollte die Oxidschicht vollständig abgeschliffen werden, damit der metallische Glanz sichtbar wird. Nicht schmelzen bedeutet hauptsächlich das Vorhandensein einer Oxidschicht
Kohlenstahl, der bei solchen Temperaturen arbeitet, sollte bereits entkohlt sein. Wenn Stahl erhitzt wird, reagiert das Kohlenstoff in der Oberfläche mit Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlendioxid sowie Wasserdampf im Medium (oder in der Atmosphäre). Dadurch sinkt die Kohlenstoffkonzentration in der Oberfläche – dieses Phänomen wird als Entkarbung bezeichnet. Bei gehärtetem Entkarbungsstahl nehmen die Oberflächenhärte, die Belastbarkeit gegen Ermüdung sowie die Abnutzungsbeständigkeit ab. Zudem entstehen in der Oberfläche Restzugspannungen, die wiederum zu netzartigen Rissen führen können. In diesem Zustand ist es nicht mehr möglich zu schweißen.