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Einfluss der Chlorqualität auf die Herstellung von Chlorparaffinen

2016-11-05View Original

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Unsere Fabrik produziert Chlorparaffin-52. Früher wurde flüssiges Chlor mit Lkw oder Gasflaschen aus den Chlor-Alkali-Werken herbeigeführt – dabei gab es keine Probleme. In jüngster Zeit wurden neue Lagerbehälter für Flüssigchlor eingeweiht. Der Flüssigchlor aus den Transportfahrzeugen wird zunächst in diese Lagerbehälter umgeleitet, bevor er verwendet wird. Während des Entladungsprozesses muss der Druck im Speichertank abgelassen werden; das gasförmige Chlor im Tank wird in die Produktionsstätte zur Reaktion gebracht. Bei der Entlastung reagiert das Chlorgas offensichtlich nicht mit dem Flüssigwachs. Die Mischung nimmt eine gelbgrüne Farbe an, die Reaktionstemperatur sinkt, und in den Abgasen ist ein gelbgrünes Gas zu erkennen – es handelt sich dabei vermutlich um unverbrauchtes Chlorgas. Der flüssige Chlor in den Speichertanks kann problemlos verwendet werden, nachdem er verflüssigt wurde. Ich bitte die Experten und Lehrer um Hilfe bei der Lösung dieses Problems, vielen Dank :)
Reply #22016-11-05
Wahrscheinlich kommt es während des Entladevorgangs (Druckentlastung) zu einer erhöhten Verdampfung – sowohl zur normalen Verdampfung als auch zur Verdampfung beim Zuführen des Materials. Dadurch steigt der Chlorstrom an. Es bleibt keine Zeit für eine Reaktion, wodurch die Flüssigkeit gelbgrün wird. Im Abgas sind ebenfalls gelbgrüne Gase sichtbar. Der Temperaturabfall ist auf einen Überschuss an Chlorgas im Behälter sowie auf eine erhöhte Verdunstung zurückzuführen, die Wärme mit sich nimmt.
Reply #32016-11-05
Danke für Ihre Antwort. In der praktischen Produktion wird bei der Entlastung die Verdampfung von Flüssigchlorstoff unterbrochen; es wird nur Chlorstoff zur Entlastung verwendet. Vor dem Pufferbehälter befindet sich ein automatisch regelbarer Ventil, das den Chlorstoffdruck reguliert. Es kommt somit nicht zu einer Überschussmenge an Chlorstoff. Außerdem ist dieser Speichertank bereits seit mehreren Monaten in Betrieb und wurde mehrfach entleert, wodurch ausgeschlossen werden kann, dass sich in den neu verwendeten Rohrleitungen Luft befindet.
Reply #42016-11-09
Es liegt vermutlich an einem zu hohen Gehalt an N und O im Flüssigchlor – die Tests auf Flüssigchlor könnten zwar positiv ausfallen. Beim Entladen des Flüssigchlors gelangt der größte Teil von N und O in den gasförmigen Zustand, was deutlich höher ist als im flüssigen Zustand. Dadurch wird die Reaktionsgeschwindigkeit reduziert – insbesondere das Vorhandensein von O verhindert die Entstehung von Freien Radikalen, wodurch die Kettenreaktion unterbrochen wird und die Temperatur sinkt. Ein großer Teil des Chlorgases reagiert nicht und entweicht in den Gaszustand oder löst sich im Produkt auf (gelb-grün). Jetzt weiß der Verfasser doch, wie man das Problem lösen kann, oder?
Reply #52016-11-10
Danke für Ihre Hilfe. Tatsächlich hemmt das Vorhandensein von Sauerstoff im Chlorgas die Chlorierung von Paraffin. Doch im Flüssigchlor enthalten sich wohl nicht viele Sauerstoffmoleküle. In anderen Quellen wird außerdem erwähnt, dass Chlordioxid und Schwefeldioxid die Chlorierungsreaktion beeinflussen können. Da unsere Fabrik über keine geeigneten Prüfmöglichkeiten verfügt, können wir derzeit noch keinen eindeutigen Grund feststellen.
Reply #62016-11-11
Sowohl Chlordioxid als auch Schwefeldioxid entstehen aufgrund des Vorhandenseins von Sauerstoff – der Grund dafür ist ganz einfach
Reply #72016-11-30
Der Threadersteller kann sich mit den Einheiten in Verbindung setzen, die die Tankwagen auffüllen (die Chlor-Alkali-Fabriken weiter flussaufwärts), um herauszufinden, mit welcher Methode dort das Auffüllen der Tankwagen erfolgt – sei es mit Unterwasserpumpen, durch Verdampfung von Flüssigchlor unter Druck, durch Luftdruck oder Stickstoffdruck usw. Dadurch lässt sich die Ursache genauer analysieren.
Reply #82023-02-21
Ist im Speichertank Stickstoff vorhanden? Stickstoff hat eine hemmende Wirkung auf die Reaktion.
Reply #92023-02-22
……Das ist ein Beitrag von vor einigen Jahren – doch der Grund dafür wurde bis heute nicht gefunden. Im Speicher befindet sich kein Stickstoff. Die Entlüftung des Tanks erfolgt durch die Verdampfung von Flüssigchlor, wodurch der Druck im Tank erhöht wird. In der Chlor-Alkali-Fabrik wird die Ladung mithilfe von Pumpen in den Tank gebracht. Auch dort konnte der Grund nicht ermittelt werden. Die Verwendung von verdampftem Flüssigchlor stellt kein Problem dar – nur beim Entlasten des Gases im oberen Bereich des Tanks gelangt dieses Gas in den Chlorierungsbehälter. Wenn die Entlüftungszeit etwas länger ist, ist eine schlechte Reaktionsleistung zu beobachten. Der übrige Chlorgehalt in den Abgasen ist meist grün gefärbt. Dies hat vor allem Auswirkungen auf die Chlorierung von Flüssigwachsen. Die derzeit ergriffenen Maßnahmen bestehen darin, die Entlüftungszeit zu verkürzen – also öfter und für kürzere Zeit entlüften :)

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