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Ich habe im Jahr 2015 meinen Universitätsabschluss gemacht. Derzeit arbeite ich in einer Raffinerie in der Abteilung für katalytische Umwandlung. Ich befinde mich momentan in einem Zustand der Unentschlossenheit. Zum Beispiel gestern: Der Druck im Stabilisierungsturm (Destillationskolonne) war zu hoch. Der Techniker wies an, den Rücklauf zu verringern. Ich verstand das einfach nicht – wenn der Rücklauf verringert wird, sollte doch der Druck ganz oben im Turm noch höher sein. Wäre es dann nicht sogar so, dass mehr Stoff nach oben gelangt? Aber die Wahrheit ist: Sobald die Temperatur auf der Turmspitze ansteigt, sinkt sofort die Menge an Trockengas im Rückflussbehälter. Hilfe, bitte! Das Problem ist vielleicht ziemlich dumm – bitte schimpfen Sie nicht
Schauen wir uns an, was in den Grundlagen der Chemieindustrie dazu gesagt wird
Bei zu hohem Rückfluss steigt die Last der Gasphase an der Spitze des Turms sicherlich an, wodurch auch der Druck im Turm ansteigt.
Der Rückfluss an der Spitze des Turms besteht aus Leichtkomponenten; der Rückfluss ist groß, die Last in der Gasphase hoch – daher ist ein hoher Turmdruck notwendig
Nun, der Rückfluss besteht aus Leichtkomponenten – je mehr davon vorhanden sind, desto größer wird die Last an der Spitze des Turms. Dadurch steigt natürlich auch der Druck im Turm.
Je mehr Rückfluss, desto niedriger ist auch die Temperatur an der Spitze des Turms
Die Kühllast an der Spitze des Turms ist zu hoch – die Rückflusskomponenten können nicht nach unten gelangen und zirkulieren ständig in der Spitze des Turms. Mit der Zeit sammeln sich dort immer mehr Komponenten an, die anschließend zusammen mit dem Trockengas abgeleitet werden. Die richtige Vorgehensweise besteht darin, die Temperatur zu senken sowie den Rückfluss zu verringern.
Der hohe Rückfluss führt dazu, dass im Turm mehr leichte Komponenten vorhanden sind. Die Wärmeaufnahme führt wiederum dazu, dass die Komponenten an der Oberseite des Turms leichter sind und somit ein höherer Druck entsteht